Manche Dokumente sind keine Datei. Sie sind ein Ordner: eine Einstiegsseite, dazu Dutzende oder Tausende weitere Seiten, die aufeinander verweisen, ein Stylesheet, ein Bilderverzeichnis, manchmal ein Suchindex. Am Computer genügt ein Doppelklick auf die Einstiegsseite, und alles funktioniert.
Auf iPhone und iPad funktioniert nichts. Die Dateien-App zeigt den Ordner, öffnet eine einzelne Seite für sich, und Layout, Bilder und Links sind weg. Hier sind die Dokumente, die in dieser Form ankommen, und die Menschen, die damit dastehen.
Lernplattformen erlauben es, einen ganzen Kurs zu exportieren. Heraus kommt ein Ordner: eine Seite pro Kapitel, die Folien, die Bilder, die internen Links zwischen den Lektionen. Studierende laden ihn herunter, um ohne Verbindung zu lernen, im Zug oder im Hörsaal, wo das Netz noch nie funktioniert hat.
Seite für Seite geöffnet, verliert der Kurs sein Inhaltsverzeichnis und seine Navigation. Als Ordner geöffnet, liest er sich wie die Website, die er immer war.
Ein SCORM-Paket ist technisch ein HTML-Ordner mit Einstiegsseite und Manifest. Einarbeitungspfade, Sicherheitsunterweisungen, Qualitätsmodule werden genau deshalb so ausgeliefert, damit sie überall laufen. In der Praxis laufen sie fast immer in einer Plattform, hinter einem Konto.
Wer das Modul als ZIP bekommen hat und es einfach durcharbeiten möchte, braucht die Plattform nicht. Der Ordner enthält bereits alles.
Klinikprotokolle, Leitlinien, Fortbildungsmaterial: große Sammlungen voller Querverweise, verteilt, um am Krankenbett gelesen zu werden. Und ein Krankenhaus ist einer der Orte, an denen der Mobilfunkempfang endet, sobald man eine Station betritt.
Genau dafür ist ein Offline-Ordner gedacht, vorausgesetzt, das Tablet bekommt ihn vollständig auf.
Werkstattdokumentation kommt fast immer als Ordner mit eigener Struktur: Reparaturabläufe, Schaltpläne, Anzugsdrehmomente, Teilekataloge, alle untereinander verlinkt. Eine Mechanikerin ruft drei Seiten hintereinander auf, indem sie diesen Links folgt.
Auf dem iPad an der Werkbank klappt das nur, wenn die Links klappen.
Das iPad ist im Cockpit wie auf der Brücke seit Jahren das Referenzgerät. Herstellerdokumentation, Checklisten, Betriebshandbücher: Die Umfänge sind beträchtlich, und das Netz ist per Definition nicht da.
Industrielle Dokumentation: Betriebsanleitungen, Wartungshandbücher, Produktdatenblätter, Lieferantenkataloge. Hunderte Seiten, die sich gegenseitig zitieren, gelesen vor Ort, im Keller oder beim Kunden, ohne Verbindung.
Gesetzbücher, Paragrafen, Tarifverträge, ISO-Normen, Rechtsprechung. Diese Sammlungen leben von ihren Querverweisen: ein Paragraf, der auf einen anderen zeigt, eine Anmerkung, die auf ein Urteil zeigt. In eine einzige Datei gepresst, sterben die Verweise.
Geschäftsberichte, Prüfberichte, aus einem Intranet exportierte Protokolle, Sitzungsunterlagen. Sie kommen per Mail oder landen in einem geteilten Ordner und werden auf dem Tablet gelesen, in den zehn Minuten vor der Sitzung.
Drei Schritte, egal welches dieser Dokumente Sie haben:
Und wenn Sie statt eines Ordners nur eine einzelne HTML-Seite oder ein PDF haben, geht das ebenso.